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Nicaragua: Cosatin - Tierra Nueva

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Kurzporträt

Handelspartner: Cosatin Tierra Nueva (NI1)
Ort: Boaco, Nicaragua
Organisationsform: Kooperative
Anzahl Kleinbauern: ca. 620
Letzter Besuch vor Ort durch dwp - die WeltPartner: 2018
Faire Produkte: Kaffee und Honig

Über Cosatin - Tierra Nueva

Der Kooperativenverband Cosatin – Tierra Nueva (Cooperativa de Servicios Agropecuarios Tierra Nueva) hat seinen Sitz im Städtchen Boaco im gleichnamigen Departement, das etwa 80 km nordöstlich von Managua liegt. 480 Kleinbauern hatten sich 1997 zusammengeschlossen, um ihre Ernte gemeinsam zu vermarkten. Mit Erfolg: Immerhin 40 Prozent der Produktion können sie an den fairen Handel in Europa und den USA verkaufen. Cosatin hat inzwischen rund 620 Mitglieder. Sie leben recht verstreut in kleinen Gemeinden auf 500 bis 1400 Metern Höhe.

Cosatin produziert für den Export Kaffee in SHG*-Qualität und Honig. Beide Produkte stammen ausschließlich aus biologischem Anbau. Daneben werden Mais, Bohnen, Zitrusfrüchte, Bananen und Kakao für den Eigenbedarf, zum Teil auch den lokalen Markt, angebaut. Um vom Kaffeeanbau unabhängiger zu werden, diskutieren viele der Cosatin-Mitglieder die Möglichkeiten, weitere Produkte für den Export anzubauen. Außerdem entwickelt die Kooperative gerade eine eigene Bio-Marke für Milchprodukte und Gemüse für den einheimischen Markt.

Ein Teil des Mehrpreises, den der Kooperativenverband im Fairen Handel erzielt, wird unmittelbar an die ProduzentInnen ausbezahlt. Cosatin geht davon aus, dass diese am besten wissen, wofür sie ihn benötigen. Viele Familien finanzieren damit den Schul- oder Universitätsbesuch ihrer Kinder. Vergeudung kommt nur in Ausnahmefällen vor, versichern die Mitglieder.

Jeder Produzent trägt außerdem mit 5 US-Dollar pro im Fairen Handel verkauften Quintal (ca. 46 Kilo) Kaffee zu einem Kreditfonds bei, aus dem Kleinkredite für die ProduzentInnen bewilligt werden. Dadurch werden sie unabhängiger von den Banken. 

*Abkürzung „strictly high grown“. SHG bezeichnet die Höhenlage, in der die besten Kaffeequalitäten erzielt werden.
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Maribel Rosales Soto, Geschäftsführerin der Kaffee-Kooperative Cosatin - Tierra Nueva. Eines ihrer Hauptanliegen ist es, die ökologische Landwirtschaft zu stärken und die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in diesem Bereich weiterzubilden.
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Esmeralda Martinez ist Kaffeebäuerin und Mitglied von Cosatin. Seit 2008 ist Esmeralda Frauenbeauftragte der Kooperative. Und sie ist Koordinatorin einer kleinen Bank "von und für Frauen". 

Cosatin schafft Perspektiven für die nächste Generation

Auch aus dieser Gegend sind viele Menschen in den vergangenen Jahren ausgewandert: nach Costa Rica, in die USA oder in die Armenviertel von Managua. Die niedrigen Kaffeepreise ließen ihnen keine andere Wahl. Das Geld reichte nicht einmal mehr aus, um genügend Reis, Bohnen und Mais für das Jahr zu kaufen - vor allem, wenn eine Familie viele Kinder zu versorgen hat. Keines der Kooperativen-Mitglieder jedoch musste bisher seine Felder aufgeben.

Wo es nicht einmal für das Allernötigste reicht, ist auch kein Geld für Stifte und Papier da. So lernen viele Mädchen und Jungen trotz offizieller Schulpflicht weder lesen noch schreiben. Für die Kinder der Cosatin-BäuerInnen ist das inzwischen anders: Sie haben nicht nur ausreichend zu essen, sondern besuchen auch alle eine Schule. Aus dem Mehrpreis des Fairen Handels werden außerdem Stipendien finanziert, die einigen Mitgliedern ein agrarwissenschaftliches Studium ermöglichen.

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