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Corona-Krise: Unsere Handelspartner berichten

Covid-19 kennt keine Grenzen. Leider sind gerade die Länder des Globalen Südens, in denen die größte Armut herrscht, am anfälligsten für eine derartige Pandemie: desolate Gesundheitssysteme, fehlende Schutzkleidung und -masken, fehlende Hygiene-Möglichkeiten u.v.m. machen die Bekämpfung des Virus auf vielen Ebenen extrem schwierig.

Viele unserer Handelspartner – Kleinbauernfamilien und Kleinstproduzierende - sind von Ausgangssperren, Berufsverboten oder Vorsorgemaßnahmen betroffen.  Lesen Sie hier die Berichte unserer Handelspartner in der Corona-Krise.

Wie unser Vorstand Thomas Hoyer die Situation einschätzt, können Sie hier im Interview mit dem Radio Dreyeckland nachhören.

Philippinen

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Preda

Mittlerweile sind auf den Philippinen laut der Johns-Hopkins-Universität knapp 12.800 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert (Stand 18.05.2020). Die Dunkelziffer dürfte jedoch weit höher liegen, da kaum getestet wird bzw. die Testmöglichkeiten fehlen. Fehlende Schutzkleidung und -masken, sowie ein desolates Gesundheitssystem verschlechtern die Situation auf den Philippinen noch weiter. Wenigstens wurden nun weitgehende Quarantäne-Maßnahmen beschlossen, die laut Präsident Duerte notfalls auch mit Waffengewalt durchgesetzt werden sollen, wie Pater Shay uns berichtet. So ist auch ein Großteil von Preda geschlossen, die Mädchen und Jungen in den beiden Kinderschutz-Häusern von Preda sind zum Glück alle gesund und werden von Predas Sozialarbeitern weiterhin mit großem Engagement gut betreut und versorgt. Die Mitarbeiter arbeiten auf eignen Wunsch sogar länger als üblich. 

Unser Freund und langjähriger Partner, Pater Shay Cullen ist ebenfalls bei guter Gesundheit. Wir sind mit ihm in ständigem Kontakt und halten Sie über die Entwicklungen bei Preda und auf den Philippinen auf dem Laufenden. Lesen Sie hier Pater Shay Cullen's Überlegungen zu der weltweiten Krise oder schauen Sie sich hier unser Video-Interview mit ihm zur aktuellen Situation auf den Philippinen und bei Preda an.

Den Aeta-Kleinbauernfamilien geht es den Umständen entsprechend gut. Bisher sind noch keine Infektionen aus den Dörfern gemeldet worden. Allerdings sind sie wegen der strikten Ausgangsbeschränkung in ihrer Mobilität extrem eingeschränkt. D.h. sie können weder Ihre Produkte auf den lokalen Märkten verkaufen, noch selbst Produkte einkaufen. Daher hat Preda mit Sonderreisegenehmigungen erste Lebensmittellieferungen in die abgeschiedenen Dörfer der Aeta gebracht. Die Ernte der Bio-Mangos für WeltPartner beginnt Anfang Juni. Momentan werden die erforderlichen Genehmigungen eingeholt, damit die Ernte auch auf den Weg zur Verarbeitungsanlage geschickt und auch verarbeitet werden kann.

Preda direkt unterstützen:

Palästina

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Canaan Palestine

Aktuell gibt es circa 473 bestätigte Fälle (Stand 23.04.2020).

Nasser Abufarha und seine Mitarbeiter wissen, dass es unmöglich sein wird, eine Gesundheitskrise in Palästina zu vermeiden.  In Erwartung dessen befinden sie sich inmitten zweier Initiativen. 

Erstens bereitet sich Canaan Palestine auf Rettungseinsätze vor.  Sie sind bereit, kostenlose Mahlzeiten aus der Canaan-Küche an Mitarbeiter des Gesundheitswesens in der Region Dschenin zu liefern.

Zweitens rechnen sie damit, dass Unternehmen im Westjordanland bei der Produktion und dem Export ihrer Produkte mit Unterbrechungen rechnen müssen.  Anfang März begannen die Mitarbeiter alle Abstands- und Hygiene-Maßnahmen in den Büros und dem Werk umzusetzen. Die Fabrikarbeiter arbeiten – socially distant - den ganzen Monat über in zwei Schichten rund um die Uhr.


Die Bilder links verdeutlichen die außergewöhnliche Solidarität in Palästina in diesen schwierigen Zeiten. Bauern verteilen Lebensmittel für diejenigen, die es sich nicht leisten können. Auf dem Schild steht: "Nimm, was du brauchst!"
(Foto 1 via Humanity for Palestine und I.M.E.U.)


Update: Mittlerweile läuft auch die Canaan Kitchen auf Hochtouren und verteilt Essen an Personen in Quarantäne, Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens und die Kleinbauern-Familien (siehe Fotos 2 & 3).

Canaan direkt unterstützen

Burundi

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Cococa

In Burundi gibt es momentan nur zwei bestätigte Fälle (Stand 2.4.2020). Allerdings wird die Dunkelziffer der Infizierten auch hier deutlich höher liegen, da kaum Test-Kapazitäten verfügbar sind. Dennoch ist die Situation in Burundi noch recht normal.

Ernest Ndumuraro von Cococa schreibt uns:

"In Burundi, we had two first positive test cases of COVID19 yesterday. Until now the situation is still normal, measures like : washing hands, keeping at least 1 m away, were already imposed on everyone as prevention, and activities continue normally. Now with well-confirmed cases of coronavirus; it is obvious that further measures will be taken, we will keep you informed of the evolution and impact. Let us pray to God to protect us from this horrible pandemic!"

Cococa direkt unterstützen:

Kenia

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Kiboko

Sabine Hüster, Gründerin von Kiboko, schreibt uns zu der Lage in Kenia:

"Wir können maximal 300 Leute am Tag testen. Insgesamt wurden bis gestern 4973 Leute getestet (seit ca 16 Tagen). Davon sind 172 confirmed positiv, 6 sind gestorbenern, wobei 2 Vorerkrankungen haben, 7 recovered. Seit 3 Wochen sind Schulen und Unis zu. Seit 2 Wochen Restaurants, Bars, Kino. Seit 10 Tagen keine internationalen Flüge. Seit Montag ist der Umkreis von Nairobi für 3 Wochen abgesperrt. Es kommt niemand rein oder raus. Den Leuten würde das 3 Stunden vor der Sperre gesagt. Mombasa, Kilifi und Kwale District sind ab heute zu. Viele Firmen sind zu, sind jetzt up country und können nicht zurück. Bei kiboko sind 3/4 der Leute betroffen. Kiboko wird nach Ostern nicht voll anfangen können, weil die Leute nicht zurückkommen können. Viele Leute haben ihre Jobs verloren. Viele Firmen werden pleitegehen."

Bisher gibt es in Kenia relativ wenige bestätigte Fälle (172, Stand 8.4.2020). Dennoch steht in weiten Teilen des Landes das Leben still. Kenia ist wirtschaftlich abhängig von seinen Exporten, besonders aus der Landwirtschaft. Die internationale Nachfrage und das globale Transport- und Logistikwesen werden von der Pandemie jedoch stark eingeschränkt. Das merkt auch Kiboko.

Als Soforthilfe wurden Teile der Produktion umgestellt auf Mund-Nasen-Bedeckungen. Lesen sie hier mehr über unsere solidarischen Mund-Nasen-Bedeckungen.

Unsere Handelspartner aus Kenia unterstützen:

Uganda

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BioUganda

Bisher gibt es 55 bestätigte Fälle in Uganda (Stand 15.4.2020).

Edward Mulondo, Managing Director von BioUganda, schreibt uns:
"Es ist wirklich keine einfache Zeit für niemanden. Wir mussten alle Aktivitäten mit den Farmern und Arbeitern einstellen und unsere Produktion steht still. Es gibt keinen öffentlichen Transportmittel mehr. Alle Früchte verderben und müssen entsorgt werden. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern können nichts ernten.
Alle sollen zu Hause bleiben. Das bedeutet große Verluste für alle.

Wir hoffen inständig, dass es bald vorbei ist."

Indien

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CRC, Mesh, MKS & TPI

In Indien gibt es bisher 4314 bestätigte Fälle (Stand 6.4.2020). Tendenz stark steigend. Daher hat die indische Regierung frühzeitig weitreichende Maßnahmen ergriffen. Bis zum 14. April gibt es eine strikte Ausgangsperre.

Indro Dasgupta von CRC schreibt uns, dass ziemlich alle Werkstätten geschlossen sind. Einige Handwerker und Handwerkerinnen, die aus einem anderen Bundesstaat kommen, sitzen in Kalkutta fest und werden jetzt dort provisorisch untergebracht. CRC zahlt seinen Angestellten Geld im Voraus aus, damit sie sich weiterhin Dinge des täglichen Bedarfs leisten können.

MESH berichtet über eine ähnliche Situation: Alle Mitarbeiter sind zu Hause und sämtliche Werkstätten sind geschlossen. Einige Wenige konnten Nähmaschinen mit nach Hause nehmen, um von dort zu arbeiten. Auch Mesh will seine Angestellten bezahlen, kann allerdings aufgrund der strikten Ausgangssperre den Lohn nicht auszahlen. Sie arbeiten gerade an einer Lösung, damit die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weiterhin über Bargeld verfügen können.

Die beiden Schwarz-Weiß Bilder rechts wurden uns von Sakhi aus der Lepra-Kolonie "Little Flowers", die von MESH unterstützt wird, zugesandt. Das Leben dort steht still, da die Bewohner zur Risikogruppe zählen. Die Solidarität unter den Bewohnern ist groß. So werden die verbleibenden Einnahmen solidarisch unter allen aufgeteilt, um damit Lebensmittel zu kaufen.

MKS steht vor den gleichen Problemen: Viele der Handwerker und Handwerkerinnen verfügen über kein Bankkonto. Daher gestaltet sich die finanzielle Unterstützung schwierig. Auch hier wird auf Hochtouren an einer Lösung gearbeitet.

Von TPI, Tea Promoters India, erhielten wir Bilder, die uns Einblicke in die sonst so geschäftigen Straßen Kalkuttas gewähren. Nun fast komplett leer.

Alle unsere Handelspartner in Indien sorgen sich sehr um die Zukunft in ihrem so bevölkerungsreichen Land. Sie befürchten, dass sich der Virus trotz der strikten Maßnahmen weiter ausbreiten wird und dass es auch nach dem 14.April zu weitreichenden Einschränkungen kommen wird.

Unsere Handelspartner aus Indien unterstützen:


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