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Fair Trade Lieferketten unter Druck

Nicht nur Benzin-, Gas- und Strompreis steigen aktuell. Nahezu alle wirtschaftlichen Bereiche sind von Preissteigerungen betroffen. Knappe Rohstoffe, Störungen in der Logistik und schwierige Erntebedingungen führen auch bei uns und unseren Handelspartner*innen zu teils erheblichen Auswirkungen. Wir möchten im Sinne der Transparenz und offenen Kommunikation unsere Perspektive auf die aktuellen Herausforderungen schildern.

Kosten eines Frachtcontainers

Ein Container aus den Phillippinnen kostet uns aktuell 8x mehr im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit.

Die Störungen der internationalen Logistik entspannen sich nur sehr langsam.

Seefrachtlaufzeit

Bis wir Waren über den Seefrachtweg zu uns holen können vergeht 2 bis 3x so viel Zeit im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit.

Kaffee-Weltmarktpreis

Der Weltmarktpreis für Rohkaffee stieg seit Anfang 2021 um 100%.

Positiv daran ist, dass unsere Handelspartner*innen profitieren.

Logistik-, Corona- & Klimakrise

Frachtcontainer als Luxusgut
  • Seit geraumer Zeit setzt die Verknappung der verfügbaren Frachtkapazitäten Unternehmen weltweit unter Druck. Auch WeltPartner ist davon stark betroffen. Im Zuge der Coronakrise verschärfte sich seit dem Frühjahr 2021 die Situation. Diese äußert sich mit knappen Container-Verfügbarkeiten, extremen Störungen der Lieferketten und teilweise verdoppelten oder verdreifachten Seefrachtlaufzeiten. Buchungen von Transportplätzen auf den Containerschiffen sind momentan ausschließlich mit hohen Aufschlägen möglich. Unsere Kosten für Seetransporte aus den Ländern unserer Handelspartner*innen sind dementsprechend massiv angestiegen – sie liegen teilweise bis um das 8fache über den Kosten/dem Niveau vor Beginn der Pandemie. So kostet beispielsweise ein Container aus den Philippinen nun 8.000 US-Dollar im Vergleich zu früher bezahlten 1.000 US-Dollar.

Rohstoff- & Energiekosten steigen

  • Zu den deutlich erhöhten Transportkosten kommt der sprunghafte Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten hinzu. Insbesondere der Anstieg des Weltmarktpreises für Rohkaffee um über 100 % seit Anfang 2021 betrifft uns stark. Der Anstieg wurde ursprünglich auf Ernteausfälle im weltgrößten Anbaugebiet von Arabica-Kaffee, Brasilien, zurückgeführt. Dort kämpfen die Produzent*innen mittlerweile das zweite Jahr in Folge mit außergewöhnlichen Frost- und Dürreperioden. Jedoch sorgen auch in diesem Fall die Auswirkungen der Corona-Pandemie weltweit für Knappheit und Probleme in der Lieferkette. Der sprunghafte Anstieg der Rohstoff- und weiterer Kosten in der Produktwertschöpfungskette wirkt sich stark auf die Produktionskosten für unsere Produkte aus.

Kaffee-Kleinbauernfamilien profitieren

  • Im Gegensatz zum konventionellen Handel profitieren von den höheren Erzeuger*innen-Preisen in unseren Wertschöpfungsketten aber letztendlich die Kaffeekleinbäuer*innen. Wir stehen natürlich zu unseren Grundsätzen und drücken weder unsere Einkaufspreise noch lassen wir langjährige Handelspartner*innen im Stich. Für uns bedeutet das konkret, dass wir zusätzlich zum hohen Weltmarktpreis für Kaffee unsere Prämien für Fair Trade, Bio-Anbau, die hohen Qualitäten und die Förderung der Kooperativen-Struktur an die Kleinbäuer*innen-Kooperativen bezahlen. Um dies unseren Kaffeepartner*innen auch weiterhin zu ermöglichen, haben wir eine Preisanpassung unseres Kaffeesortimentes vorgenommen.

Preisanpassungen über das Sortiment verteilt

  • Wir möchten die gestiegenen Preise nicht einfach auf die Produkte, die extrem von den Preisanstiegen betroffen sind, aufschlagen und damit deren potenzielle „Unverkäuflichkeit“ riskieren. Vielmehr haben wir einige Produkte bewusst von der Preiserhöhung ausgenommen und dafür andere Produkte, die preisunsensibler und weniger dem Wettbewerb ausgesetzt sind, angepasst. Davon erhoffen wir uns eine ausgeglichenere Verteilung der zusätzlichen Kosten. Denn jahrzehntelange, enge Partnerschaften wie beispielsweise die mit Shay Cullen und seinem Kinderschutzzentrum Preda/Philippinen sind auf einen regelmäßigen, hohen Absatz ihrer hochwertigen Produkte angewiesen. Auch wenn die Frachtkosten aus den Philippinen 8x höher als früher sind, haben wir aus diesen Gründen auf eine Preiserhöhung der getrockneten Mangos verzichtet.

Damit wir auch in Zukunft hochwertige Produkte aus Fairem Handel importieren und unseren Handelspartner*innen ein verlässlicher Partner sein können, ist es in der aktuellen Situation leider unerlässlich, dass wir die deutlich erhöhten Beschaffungskosten in den Verkaufspreisen unserer Produkte berücksichtigen. Wir sind uns sicher, dass unsere hochwertigen Produkte unverändert attraktiv für alle unsere Kund*innen und Konsument*innen sind. Diese Gewissheit hilft uns bei den bedauerlicherweise übernotwendigen Preisanpassungen sehr. Denn so können wir auch in Zukunft ein solidarischer Partner für hunderttausende von Menschen im Globalen Süden sein, die von unserer gemeinsamen Arbeit im Fairen Handel profitieren. Herzlichen Dank für ihr Verständnis und ihre Solidarität!

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